Miele übernimmt Münchner Newcomer Agrilution

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Salate, Kräuter und Microgreens aus dem vollautomatisierten Plantcube sind konkurrenzlos frisch, aromatisch und reich an Nährstoffen

Die elegante Lösung für die Küche deckt den Bedarf einer kleinen Familie. Unter „Vertical Farming“ verstehen Zukunftsforscher mehrstöckige Gewächshäuser für eine ortsnahe und platzsparende Versorgung, etwa in urbanen Ballungsräumen. Mit dem Plantcube von Agrilution zieht dieses revolutionäre Konzept auch in die heimischen vier Wände ein. Die vollautomatisierten Gewächsschränke sind nicht größer als ein Standardkühlschrank, bieten perfekte Wachstumsbedingungen bei minimalem Aufwand – und sind ein Design-Highlight für Küche oder Wohnzimmer. Mit dem Konzept von Agrilution baut Miele seine Kompetenz im Bereich kreativer Genussvielfalt und „Healthy Lifestyle“ weiter aus.
Das ganze Jahr über Frühling in der Küche, das Wachstum von Salaten und Kräutern wird ästhetisch in Szene gesetzt, und im Ergebnis gibt es nie dagewesene Aromen und Nährstoffgehalte: Dies macht die Plantcubes von Agrilution zum Vorreiter im Markt. Vom Prinzip her bieten sie ein geschlossenes Ökosystem mit einfach auszulegenden Saatmatten, kontrolliertem Licht und Klima sowie einer automatisierten Bewässerung. So steuert sich der Plantcube praktisch selbst. Die Ernte ist frei von Pestiziden und sonstigen Verunreinigungen. Gesteuert wird das System über die Agrilution Cloud. Einblick in den Wachstumsprozess und Hinweise zu Wartung und Ernte liefert eine benutzerfreundliche App.


„Immer mehr Menschen leben im urbanen Raum, streben aber gleichzeitig nach einem bewussten Leben und individueller Freiheit“, sagt Maximilian Lössl, der Agrilution mit seinem Partner Philipp Wagner gemeinsam gegründet hat. „Und unser Plantcube bringt frischere Salate, Kräuter und Microgreens direkt in die Küche.“ Mit „Microgreens“ sind Keimlinge gemeint, die schon nach wenigen Tagen geerntet werden und daher einen besonderen Reichtum an Aroma und Nährstoffen bieten. Aktuell bietet Agrilution 25 verschiedene Salate, Kräuter und Microgreens an, darunter auch ausgefallene Sorten wie roter Pak Choi oder Wasabina Blattsenf. Ein bis drei Wochen nach dem Start eines Plantcubes seien erste Ernten möglich, danach könne sogar täglich geerntet werden, sagt Lössl. Nur kontrolliertes und gentechnisch unverändertes Saatgut wird verwendet. Die lebensmittelechten Saatmatten, die Agrilution in München selbst produziert, bestehen zu 100 Prozent aus upgecycelten Textilresten. Und während ein einziger Salat auf dem Feld bis zu 120 Liter Wasser braucht, lässt sich mit dieser Menge ein kompletter Plantcube ein ganzes Jahr lang voll auslasten. Im Markt sind die Plantcubes seit März 2019.
Die lebensmittelechten Saatmatten bestehen zu 100 Prozent aus upgecycelten Textilresten. Einmal eingelegt, muss nur noch alle paar Wochen Wasser nachgefüllt werden – alles andere folgt komplett automatisiert. © Agrilution /Stefan Randlkofer)

Die lebensmittelechten Saatmatten bestehen zu 100 Prozent aus upgecycelten Textilresten. Einmal eingelegt, muss nur noch alle paar Wochen Wasser nachgefüllt werden – alles andere folgt komplett automatisiert. © Agrilution /Stefan Randlkofer)

Gründer und Belegschaft bleiben an Bord

Der Einstieg der Miele Gruppe in dieses Geschäft fand unmittelbar nach der am 1. Dezember erfolgten Eröffnung eines Insolvenzverfahrens statt. Den Antrag hierzu hatte die Agrilution GmbH selbst gestellt, nachdem sich eine anstehende Finanzierungsrunde nicht wie geplant hatte realisieren lassen. Im Zuge dieser Insolvenz hat die Miele Gruppe die Marke, das Know-how und weitere Vermögenswerte übernommen (sogenannter Asset Deal) und auf die neu formierte Agrilution Systems GmbH übertragen. Die 100-Prozent-Tochter der Miele Venture Capital GmbH übernimmt auf Basis eines Erwerberkonzepts auch fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, praktisch mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine tragfähige Lösung für die zukunftsträchtige Technologie von Agrilution zu finden“, so Insolvenzverwalter Dr. Christian Gerloff, Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte, München. Geschäftsführer sind die Agrilution-Gründer Maximilian Lössl und Philipp Wagner. Bei Miele wird Agrilution von Gernot Trettenbrein unterstützt, Leiter des Geschäftsbereichs Hausgeräte der Miele Gruppe und zugleich Geschäftsführer der Miele Venture Capital GmbH. „Mit Blick auf kreatives Kochen, neue Geschmackserlebnisse, bewusste Ernährung und urbanen Lifestyle eröffnen die Plantcubes den Menschen spannende neue Möglichkeiten“, sagt Gernot Trettenbrein. Deshalb passe dieses Konzept perfekt zu Miele. „Wir glauben an die Idee, an das Produkt und an das Geschäftsmodell – und an eine langfristige Zusammenarbeit mit den beiden Gründern und ihrem Team“, so Trettenbrein weiter. Umgekehrt fühlt man sich auch bei Miele an der richtigen Adresse. Co-Gründer Philipp Wagner: „Miele ist ein starker und verlässlicher Partner, mit dem wir unser Geschäftskonzept technisch wie auch in der Vermarktung enorm weiter nach vorn bringen können.“

Die Miele Venture Capital GmbH unterstützt junge Unternehmen mit aussichtsreichen Ideen und Technologien, die an einem engagierten und finanzstarken Partner interessiert sind. Thematisch fokussiert sich die Miele Venture Capital GmbH auf kreative Lösungen, die zu den Produkten, Services, Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodellen oder Fertigungsprozessen von Miele gut passen könnten. Die Kooperationsformen reichen von gemeinsamen Entwicklungsprojekten oder Managementunterstützung bis hin zu einer direkten Kapitalbeteiligung.

Über das Unternehmen:

Miele ist der weltweit führende Anbieter von Premium-Hausgeräten für die Bereiche Kochen, Backen, Dampfgaren, Kühlen/Gefrieren, Kaffeezubereitung, Geschirrspülen, Wäsche- und Bodenpflege. Hinzu kommen Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner für den gewerblichen Einsatz sowie Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsgeräte für medizinische Einrichtungen und Labore (Geschäftsbereich Professional). Das 1899 gegründete Unternehmen unterhält acht Produktionsstandorte in Deutschland sowie je ein Werk in Österreich, Tschechien, China und Rumänien. Hinzu kommen die zwei Werke der italienischen Medizintechnik-Tochter Steelco Group. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2018/19 rund 4,16 Milliarden Euro (Auslandsanteil rund 71 Prozent). In fast 100 Ländern ist Miele mit eigenen Vertriebsgesellschaften oder über Importeure vertreten. Weltweit beschäftigt der in vierter Generation familiengeführte Konzern etwa 20.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 11.050 davon in Deutschland. Hauptsitz ist Gütersloh in Westfalen. Die österreichische Tochter des deutschen Familienunternehmens wurde 1955 in Salzburg gegründet. Miele Österreich erreichte 2018 einen Umsatz von € 249 Mio. und konnte die Marktführerschaft bei großen Hausgeräten weiter ausbauen.

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Der Plantcube bringt erntefrische Salate, Kräuter und Microgreens direkt in die Küche. © Agrilution

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