Schlafen 2018: tief und sicher

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Wohlfühlen liegt im Schlafzimmer im Trend

Endlich wird auch über das Schlafen gesprochen. Früher eine Nebensache, die einfach hingenommen wurde – bei manchen Menschen fünf, bei anderen Menschen acht Stunden und meist in der Nacht – wird es heute zu Recht viel intensiver thematisiert. Denn eines wird immer deutlicher: ein gesunder Schlaf macht einen gesunden Menschen aus. „Gesund“ sollte aber nicht nur die Matratze sein, sondern möglichst der ganze Schlafraum. Die deutsche Möbelindustrie hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von unterschiedlichen Matratzentypen entwickelt, von denen man vor 20 Jahren nur träumen konnte. Es gibt heute die unterschiedlichsten Matratzenaufbauten. Je nach individuellem Komfortbefinden bevorzugen die Menschen Latexmatratzen, Springfedermatratzen, Federkernmatratzen, Schaumstoffmatratzen oder auch Nischenangebote wie das japanische Futon oder das Wasserbett. Heute kann man meist die Härtegrade der einzelnen Matratzenzonen, die nach den Körperzonen eingeteilt sind, auswählen. Hier können sich Leicht- von Schwergewichten, Frauen von Männern, Lang- von Kurzschläfern, schnarchende Schläfer von bandscheibengeschädigten Schläfern und so weiter unterscheiden. Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) hat wichtige Informationen parat:

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Wenn das passende Bett zur richtigen Matratze gesucht wird,

kann man aus den vielfältigsten Designrichtungen wählen. Auch sind Breite und Länge eines modernen Bettes individuell variabel. Lange Menschen können so – oft schon ohne Aufpreis – ein Bettgestell in Überlänge mit 2,20 m bestellen. Bei der Formensprache der Betten gibt es keinen Einheitstrend. Beliebt sind allerdings Modelle mit Rückwand. Sei diese nun als Zierde oder mit Funktionen, wie etwa eingebautem Licht ausgestattet, oder als vertikale Verbindung mit integrierten Nachttischchen. Manche Rückwände sind überdies gepolstert und bieten daher eine angenehme Rückenlehne beim Lesen im Bett.

Kleiderschränke

gehören für die meisten Menschen mit ins Schlafzimmer. Zwar entscheiden sich immer mehr Verbraucher für eine begehbare Lösung in einem separaten Raum oder in einem großen Zimmer abgetrennt, aber für die ganz normalen Schlafzimmergrößen bleibt der altbekannte und beliebte Kleiderschrank in Mode. Es gibt beleuchtete Kleiderschränke und auch beleuchtete Kleiderstangen. Ein Vorteil, der beispielsweise beim Suchen von Strümpfen endlich dunkelblau von schwarz unterscheiden lässt. Bei den Schubladen sollte man darauf achten, dass diese nicht zu tief sind. Flache Schübe ermöglichen für Kleinwäsche einen besseren Überblick. Beim Neukauf sollte man eher ein größeres Schrankmodell wählen. Stauraum für Kleidung sollte großzügig bemessen sein, denn nur so kann man die Knitterfreiheit des gebügelten Hemdes sicherstellen. Ausziehbare Regalböden sind von Vorteil, wenn man gefaltete Kleidung in zwei Reihen hintereinander unterbringen möchte.

Der Mensch verbringt rund ein Drittel seines Lebens im Bett

Ganz wichtig ist daher für immer mehr Menschen eine gute Matratze. Sie hat die Hauptverantwortung für alle ergonomischen Aspekte und ganz allgemein für einen gesunden Schlaf. Gute Matratzen stützen den Körper so, dass er im Schlaf optimal entspannen kann. Während der Nachtruhe verändern wir bis zu 80 Mal unsere Schlafposition. Bei der Auswahl einer geeigneten Matratze zählt deshalb: Für eine optimale Entspannung ist ein geeignetes Matratzensystem zu wählen – also die Kombination von Matratze (Obermatratze) und Lattenrost (Untermatratze). Bei der Mehrheit der Matratzensysteme funktioniert die Stützfunktion in einem unterschiedlichen Ausmaß von Ober- und Untermatratze.

Die Untermatratze bildet in den meisten Fällen die Basis. Unterschiedliche Lattenroste bilden eine elastische Unterlage, die sich den Körperpartien anpasst, ohne dass es zu einem „Durchhängen“ kommt. Die Wirbelsäule wird optimal entlastet. Per Hand oder elektrischem Motor können Fuß- und Kopfteil in einem bestimmten Winkel justiert werden. Wie variabel ein Lattenrost sein muss, kommt auf die Gewohnheiten des Schläfers an. Die Obermatratzen bestehen in der Regel aus verschiedenen Schichten. Alle Körperbereiche sollten so einsinken, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie ergibt. Da beispielsweise der Hüftbereich der schwerste Teil des Körpers ist, darf die Matratze in diesem Bereich nicht zu stark nachgeben. Bei zu harten Matratzen sinken Schulter- und Beckenbereich zu wenig, bei zu weichen Matratzen zu stark ein. Deshalb ist vor dem Kauf einer Matratze besonders das Probeliegen wichtig.

Im Allgemeinen sollten druckempfindliche Personen eine Matratze mit möglichst hoher Punktelastizität wählen, wie sie Latex- und Kaltschaummatratzen aufweisen. Dabei darf man sich nicht durch die unterschiedlichen Einstufungen der Hersteller im Härtegrad verunsichern lassen. Was für den einen weich bedeutet, mag für den anderen bereits mittelhart heißen.

Das gemütliche Schlafzimmer bietet Erholung und Entspannung © VDM/Birkenstock.

Das gemütliche Schlafzimmer bietet Erholung und Entspannung © VDM/Birkenstock.

Federkern

Federkernmatratzen weisen einen Kern aus Spiralfedern aus Stahldraht auf. Er hat eine relativ große Elastizität und zugleich eine gute Stützkraft. Der Federkern muss optimal überpolstert werden, denn die Metallfedern dürfen nicht spürbar sein. Federkernmatratzen sorgen für ein gutes Raumklima, da sie Feuchtigkeit gut aufnehmen und diese im Nachhinein wieder abgeben können. Sie zeichnen sich zudem durch eine gute Lüftung aus. Wenn sich der Körper im Schlaf dreht, wird Luft durch die Kammern im Matratzeninneren gepumpt. Durch diesen Pumpeffekt verdunstet der Schweiß den jeder Mensch im Laufe der Nacht an die Matratze abgibt.

Latex

Latexmatratzen bestehen aus dem natürlichen Gummi des Kautschukbaums – und sind deshalb auch die teuersten Matratzen. Sie bieten eine weiche, schmiegsame Elastizität. Latexmatratzen sind durchgehend weich sowie anpassungsfähig und entlasten so die Wirbelsäule gleichmäßig. Aufgrund seiner Materialdichte sind diese Matratzen ziemlich schwer. Stiftgroße Lüftungskanäle transportieren den Schweiß ab.

Schaumstoff

Kaltschaum ist sehr leicht und kehrt auch nach starker Verformung in seine Ursprungsform zurück. Es gibt teilweise deutliche Qualitätsunterschiede von Kaltschaummatratzen. Dabei gilt: Je schwerer die Schlafunterlage, desto höher die Dichte und desto länger behält sie ihre Elastizität. Ein wichtiger Faktor ist das Raumgewicht der Matratze. Pro Kubikmeter sollten mindestens 40 Kilogramm Schaum enthalten sein. Gute Schaumstoffmatratzen sind meistens mehrschichtig aufgebaut, wobei die Mittellagen ein höheres Raumgewicht aufweisen und dadurch härter sind als die Außenschichten. Neueste Frauen- und Männermatratzen bestehen aus sieben Liegezonen und berücksichtigen die unterschiedlichen Gewichtsanteile der einzelnen Körperzonen. Kaltschaummatratzen sind von der Handhabung her sehr komfortabel, da sie nicht allzu schwer und deshalb leicht zu drehen und zu wenden sind. Sogenannte mehr- oder bi-elastische Matratzen zeichnen sich durch eine besonders optimale Körperentlastung aus und führen zu hohem Schlafkomfort.

Boxspring

Das doppelmatratzige Bett, Zwei-Matratzen-System, Polsterbett oder langläufig auch Boxspring-Bett genannte Bett besteht aus mindestens zwei, oft drei Elementen: Aus Untermatratze, Obermatratze und Topper. Statt eines Bettgestells und Lattenrosts hat es eine matratzenähnliche Unterkonstruktion. Diese besteht aus Schaumstoffen oder Fasermatten und enthält zur automatischen Durchlüftung Hohlräume. Die Durchlüftung entsteht bei jeder Bewegung, so wie bei einem Blasebalg. Beim Hinlegen, Drehen im Schlaf und Aufstehen wird die verbrauchte Luft herausgepumpt und neue wieder hinein. Hierauf liegt die Obermatratze, also die eigentliche Matratze, in der Regel eine Federkernmatratze. Ganz obenauf kann nach Belieben noch der sogenannte Topper gelegt werden, eine Auflage, die das Liegen nochmal deutlich weicher und kuscheliger macht. In aller Regel sind Boxspring-Betten höher als andere Betten und erleichtern somit den Einstieg und das Aufstehen.

Wasserbett

Der große Vorteil eines Wasserbetts ist, dass es individuell an die jeweiligen Liegebedürfnisse, Gewichtsverhältnisse und bevorzugte Oberflächentemperatur angepasst werden kann. Zudem zeichnet sich diese Bettform durch eine sehr hohe Druckentlastung aus, die ein entspanntes Schlafen fördert. Verschiedene sogenannte Beruhigungsstufen, variieren die Wasserbewegung nach individuellem Belieben. Dagegen haben sie den Nachteil, nicht im Kopf- oder Fußbereich verstellt werden zu können. Für den Strombedarf der elektrischen Heizung fallen Zusatzkosten an und das Wasser muss regelmäßig mit keimtötenden Mitteln gepflegt werden.

Tipps & Tricks rund um die Matratze

1. Die Matratze sollte mindestens 15 Zentimeter länger sein als der Mensch selbst.
2. Pro Nacht gibt der Mensch zirka 750 ml Feuchtigkeit durch Schwitzen ab. Matratzen sollen deshalb alle 6 – 8 Wochen gewendet werden.
3. Matratzenschoner zwischen Matratze und Lattenrost sorgen für eine bessere Luftzirkulation und verhindern die Bildung von Stockflecken.
4. Matratzenbezüge sollten abziehbar und waschbar sein.
5. Aus hygienischen Gründen und aufgrund der natürlichen Materialermüdung sollte die Matratze alle acht Jahre erneuert werden.
6. Gegen Allergie auslösenden Milbenkot helfen am besten milbendichte Bezüge. Außerdem ist eine gute Durchlüftung des Schlafraumes wünschenswert. Dies gilt für alle Matratzentypen, denn frische Luft reinigt die Bronchien.

Insgesamt erkennen immer mehr Menschen, dass das Schlafzimmer nicht nur das praktische Zimmer für Bett und Schrank ist. Wohlfühlen ist auch in diesem Wohn- und Lebensbereich angesagt. Die Themen Wellness, Spa oder Ruheoase werden in modernen, ruhigen Möbeln umgesetzt. Akzente werden durch Farbtupfer in Form von Kissenauflagen oder bei der Wandfarbe gesetzt. Der Geruchssinn sollte nicht überstrapaziert werden, aber ein Duftlämpchen im Schlafzimmer etwa mit Lavendelduft, kann die Stimmung beruhigen.

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Das Boxspring-Bett hat eine besonders willkommene Einstiegshöhe © VDM/Schramm-Werkstätten

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