Tipps vom Polstermöbelexperten sedda

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Kleine Lederkunde

Das Sofa bildet das Herzstück des Wohnzimmers und ist der „place to be“ nach einem anstrengenden Tag. Äußerst beliebt sind Wohlfühloasen aus weichem Naturleder – denn in der natürlichen, einzigartigen Optik und der sinnlichen Haptik vereinen sich höchste Ansprüche an Design und Komfort. Doch Leder ist nicht gleich Leder. Jede Art ist unterschiedlich, hat ihren eigenen Charakter und weist besondere Eigenschaften auf. „Im Möbelbereich sind die drei wichtigsten Lederarten pigmentiertes Leder, Semianilinleder und Anilinleder“, wissen die Experten vom österreichischen Polstermöbelhersteller sedda. „Bevor man sich für ein Ledersofa entscheidet, sollte man sich genau über die Eigenheiten des Materials informieren, denn sie beeinflussen das Aussehen, das Sitzgefühl und auch die Pflegebedürftigkeit.“ Damit die Bewohner des Hauses also lange Freude an ihrer Relaxoase haben, ist es wichtig, über die jeweiligen Merkmale Bescheid zu wissen und ganz nach Bedarf und Anspruch die passende Lederart für sich auszuwählen.

Lederarten und ihre Eigenschaften

Pigmentiertes Leder weist, wie der Name schon sagt, eine starke Pigmentierung bzw. Farbschicht auf. Dadurch fühlt sich das Material meist fester und kühler an als z. B. Semianilinleder. Außerdem ist die Optik homogen, da das natürliche Narbenbild ebenso wie die Haarporen nicht mehr zu erkennen sind. Unverkennbarer Vorteil der Pigmentierung: Sie bietet der Oberfläche den besten Schutz gegen Verunreinigungen und Ausbleichen.
Semianilinleder zeichnet sich durch eine leichte Pigmentierung bzw. Farbschicht aus, die vor allem die Oberfläche vor Verunreinigungen und Ausbleichen schützt. Das Material ist unempfindlicher als reines Anilinleder, behält aber gleichzeitig seine natürlichen Eigenschaften. So werden Narbenbild und Haarporen nicht verdeckt, sondern ergeben eine Optik mit eigenem Charakter. Auch die Haptik bleibt natürlich und gibt ein warmes, weiches Gefühl.
Anilinleder ist von allen Lederarten das naturbelassenste. Es ist komplett offenporig und weist keine Pigmentschicht auf – bezüglich Verunreinigungen und Ausbleichen ist es dadurch allerdings auch am empfindlichsten. Es kann ungefärbt oder mit Anilinfarbstoff durchgefärbt verwendet werden, behält aber immer seine ursprünglichen Merkmale: Das natürliche Narbenbild und die Haarporen bleiben vollständig erhalten und zeichnen ein ganz individuelles Oberflächenbild. Die natürliche Haptik verwöhnt zudem mit samtig weicher Struktur und warmem Griff.

Leder Bison - Modell Guido © sedda

Leder Bison – Modell Guido © sedda

Die richtige Pflege

Generell gilt: Eine stete Pflege bzw. Reinigung der Ledergarnitur verlängert die Lebensdauer. Sinnvoll ist etwa regelmäßiges Abstauben oder sanftes Absaugen mit einer Polsterbürste. Dadurch werden Staub und Verunreinigungen entfernt, die die Oberfläche bei Reibung verletzen würden. Ergänzend können spezielle Pflegemittel verwendet werden – keinesfalls aber starke Lösungsmittel wie Aceton,
Nagellackentferner oder Terpentin sowie Scheuermittel. Wer das Leder außerdem vor dem Ausbleichen durch direkte Sonneneinstrahlung oder dem Austrocknen durch Heizungsluft schützen möchte, kann ein Pflegemittel mit entsprechendem UV-Schutz wählen. Wichtig: Vor jeder Anwendung sollte getestet werden, ob das Leder absorbierend, wie etwa offenporiges Anilinleder, oder nicht absorbierend, wie pigmentiertes oder Semianilinleder, ist – denn Lederpflege und Reinigungsmittel müssen genau auf die entsprechende Lederart abgestimmt sein. Um weiterhin auf Nummer sicher zu gehen, wird das Mittel immer erst in einem verdeckten Bereich ausprobiert, also z. B. auf der Rückseite der Lehnkissen.

Leder Büffel - Modell Bellini © sedda

Leder Büffel – Modell Bellini © sedda

Vor allem bei hellem Leder kommt es leicht zu Verfärbungen oder kleinen Flecken. Hier gilt es, schnell zu handeln, damit die Farbstoffe nicht erst einziehen. Bei gedeckten und Semianilinledern kann man mit einer leichten Seifenlauge arbeiten. Da zu viel Reibung die Oberfläche verletzt und zu Glanzstellen führt, werden die Flecken am besten abgetupft oder vorsichtig von außen nach innen gestrichen. Zu viel Feuchtigkeit würde das Leder austrocknen, daher sollte immer nur ein nebelfeuchtes Baumwolltuch verwendet werden. Sind die Flecken eingezogen, hilft auch starkes Reiben nicht, denn dadurch wird nur die Oberfläche verletzt – einen Experten zu befragen, ist in diesem Fall sinnvoll. Generell vorsichtig ist mit offenporigem Anilinleder umzugehen: Feuchtigkeit sowie fettende oder ölige Mittel können Flecken verursachen. Am besten wendet man sich auch hier an einen Profi oder versucht es zunächst mit einem speziellen Mittel für offenporiges Leder, das vorher an einer unauffälligen Stelle getestet wird.

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