Münchner Tierpark Hellabrunn:

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12.000 Furnierstreifen verzaubern den Besucherbereich des Affenhauses

Da staunten sogar die Bewohner: Der Besucherbereich des Affenhauses des Münchner Tierparks Hellabrunn wurde komplett neu gestaltet. Und das in beeindruckender Form: Rund 12.000 Furnierstreifen aus Esche, Eiche, Birke, Buche und Nussbaum hängen jetzt von der Decke und verzaubern den Raum auf unnachahmliche Weise.

Ursula Geismann © VDM

Ursula Geismann © VDM

Zwischen 40 und 60 Zentimeter lang sind die Furnierstreifen, die von dem Spezialisten Furwa Furnierkanten mittels einer Spezialverklebung längs auf längs hergestellt wurden. Ihre Oberfläche wurde dabei nicht veredelt, weder mit Lack noch mit Öl. Dadurch verströmen die mehr als 1.100 Quadratmeter frei zugänglicher Furnierfläche ihren natürlichen Holzgeruch und tragen so zu einer angenehmen Raumatmosphäre bei. „Die Spezialverklebung war notwendig angesichts der erheblich schwankenden Luftfeuchtigkeit und der immer wieder entstehenden Luftzirkulation im Zuschauerbereich des Affenhauses“, so Roland Reigbert, Geschäftsführer von Furwa. „Gegen ein eventuelles Brechen der Furnierlagen haben wir ein nicht sichtbares Glasfaser-Gewebe eingeklebt“, so Reigbert weiter. Durchgeführt wurde der Innenausbau des Besucherbereiches von der Schreinerei Köberlein aus Fahrenzhausen. „Alle Furnierstreifen wurden mit einer Lochung versehen und mit Fäden in die vormontierten Schraubösen der Deckenelemente eingehängt. So können die Furnierstreifen an der Decke ähnlich den Blättern im Urwald immer leicht in Bewegung sein“, erklärt der Unternehmer. „Man hat ja schon viele tolle Projekte im Zusammenhang mit dem Naturprodukt Furnier gesehen. Aber das hier ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Wer den Raum im Tierpark Hellabrunn betritt, wird sofort von der natürlichen Ausstrahlung des fantastischen Materials aus dem Besten des Baumes gefangen genommen“, so Ursula Geismann, Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur (IFN), zu dem Projekt.
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So wird Furnier hergestellt:

Furnier wird aus dem Holz ausgewählter Bäume gewonnen, die überwiegend in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewachsen sind. Die zumeist verwendeten Baumarten sind Ahorn, Buche, Eiche, Esche und Nussbaum aus heimischen, europäischen und im Falle von Eiche, Ahorn und Nussbaum auch amerikanischen Wäldern. Ist der richtige Baum gefunden, wird er geschält, gemessert oder gesägt. Dabei entstehen Holzblätter, die rund 0,45 bis 6 Millimeter dick sind. Diese werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, zugeschnitten und zu einem Deck zusammengesetzt. Diese Furnierdecks werden anschließend auf Trägermaterialien wie Massivholz-Stäbchenplatten, Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt und verpresst. Mehr Informationen auch zu Anwendungen finden Sie unter Furniergeschichten.

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Ein Bewohner des Affenhauses verfolgt die Bauarbeiten. © Matthias Groppe, Paderborn

Ein Bewohner des Affenhauses verfolgt die Bauarbeiten. © Matthias Groppe, Paderborn

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