Wohnen 2018: Digitalisierung im Kerzenschein

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Modern mit alten Werten

Die imm cologne, die größte Wohnschau der Welt, zeigte im Januar in Köln die neuesten Trends und Entwicklungen im internationalen Möbel- und Einrichtungsangebot. Dieser kleine Streifzug über die Messe, gesichtet vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM), bietet einen kompakten Überblick über unser Wohnen von Morgen. Derzeit gibt es in Deutschland 41 Millionen Haushalte, in Österreich 3,8 Millionen . Tendenz steigend, denn es gibt immer mehr Single- und Zweipersonen-Haushalte, die sich alle ihr Zuhause einrichten wollen. Für zwei Drittel der Bewohner muss die eigene Wohnung Gemütlichkeit ausstrahlen. Mit einer organischen Formensprache, authentischen Materialien und warmen Farben geht das für die meisten Menschen besser, als mit schlichten, kantigen und kühlen Möbelentwürfen. Gewohnt wird aber nicht nur mit Möbeln. Auch bunte Kombinationen aus Möbeln, Wandfarbe, Tapete, Dekorationen und Accessoires sind sehr beliebt und lassen vor allem die gewünschte Individualität erkennen.

Wohnen By Wagner

Verlinkter Komfort

Auch beim Wohnen wird das Thema „Smart Home“ immer wichtiger. So werden bei vielen Haushaltsgeräten, Fenstern und Türen, bei der Weißen Ware, der Heizungssteuerung etc. Anwendungsfunktionen angeboten, die vor allem den Komfort und die Bequemlichkeit im Alltag erhöhen. Die Dinge sind einzeln und bequem vom Sofa aus steuerbar und vernetzen sich zunehmend untereinander. In dieser rasanten digitalen Transformation wollen immer mehr Menschen wieder mehr Bodenhaftung. Daher kehrt Bewährtes zurück. Schallplatten, Oldtimer und Filterkaffee haben Hochkonjunktur und beim Wohnen sind es Modelle aus einer vermeintlich guten alten Zeit: Vintage-Look, Retro, Boho-Stil und Mid-Century-Design sind die Trendwelten der Zukunft. Als visueller Ohrwurm zeigte sich durch alle Hallen und Segmente eine vor allem an das Mid-Century-Design angelehnte Formensprache. Filigrane, eher kleine Möbel, Beistelltische in allen Varianten, Bezugsstoffe aus haptisch angenehmem Samt und Bouclé. Für kleine Wohnungen in großen Städten gibt es in der kommenden Saison außerdem eine Reihe von attraktiven Multifunktionsmöbeln, die teilweise mit LED-Lichttechnik ausgestattet sehr viele Einsatzbereiche bespielen können.

Licht nicht nur elektrisch

Immer wichtiger für die Gesamtatmosphäre beim Wohnen wird gutes Licht. Die inzwischen kostengünstige LED-Lichttechnik findet sich in der gläsernen Vitrine, hinterm Regal oder unterm Bett und trägt zur wohnlichen Beleuchtungsatmosphäre der Wohnung bei. Neuester Clou der Leuchtenbranche: verbesserte LED-Licht-Akkus mit langer Laufzeit. Diese kabellosen und tragbaren flexiblen Lichtspender sind gerade für Kleinwohnungen super praktisch. So eine kleine Lampe geht nacheinander als Funktionsleuchte in der Küche, Leselicht am Tisch, indirekte Beleuchtung zum Plaudern … in Goethes Zeit wurde noch die Kerze durch die Wohnung getragen, heute ist es die moderne LED-Akku-Leuchte. Apropos Kerzen: der Kerzenkonsum echter Kerzen steigt seit gut fünf Jahren merkbar an. Laut European Candle Association (eca), hat im Jahr 2016 jeder Bürger der Europäischen Union durchschnittlich 1,45 kg Kerzen (+6,2 %) konsumiert, Tendenz weiter steigend. Opulente, fast barocke Kerzenständer haben Hochkonjunktur und tragen zum gemütlichen Wohnen bei. Kerzenlicht ist hochgeschätzt. Ja man könnte auch von einer Digitalisierung im Kerzenschein sprechen.

Natürlichkeit ist Trumpf

Ökologische Materialien sind bei Möbeln gefragter denn je. Viele Hersteller punkten darüber hinaus schon mit trennbaren Einzelkomponenten, die nach dem Gebrauch einfacher recycelt werden können. Massivholz, Furnier, Leder, Linoleum, Wollfilz, Metall, …, natürliche Materialien werden bei Möbeln zum Öko-Standard. Naturverbundene Möbel kommen.

Wellnessoase Bad

Der einstige Hygieneraum Bad wird mit seinen durchschnittlich 9,1 m² zunehmend Wohlfühloase. Die Investitionsbereitschaft wird von Branchenkennern für die kommenden Jahre aufgrund der stabilen Baukonjunktur aber auch durch Renovierungen im Bestand als hoch eingeschätzt. Inzwischen gibt es für die unterschiedlichsten Stimmungen sogar den passenden Wasserstrahl. Fontänenartige Wasserfälle prasseln beim Duschen auf ihre glücklichen Benutzer. Individuelle Dusch-Szenarien, gerne gekoppelt mit passendem Lichtprogramm im Raum, sind erwünscht. Am Morgen zur Aktivierung und am Abend zur Entspannung. Ganzheitliches Interior Design statt technisch wirkendem Produktdesign im Bad ist angesagt und wird sich weiter fortsetzen. Modulare Möbel statt Einbaubecken, Tapeten statt Fliesen und ein warmer Fußboden aus Holz, das Badezimmer entwickelt sich zum Lieblingsraum für entspannte Stunden.

Kombinieren ist angesagt

Insgesamt werden in der kommenden Saison mehr organische Formen vor allem im Sitzmöbelbereich auf den Markt kommen. Organisches Design orientiert sich an der organischen Natur. Dynamische Rundungen und kraftvolle Wölbungen treten als auffällige Merkmale hervor. Organisches Design ist weich und grenzt sich daher deutlich von geometrischen und sachlichen Formen ab. Ein absolutes Trendthema bei den Bezügen ist die Kombination von Leder und Stoff. Ob bei Esssesseln, Loungechairs oder Sofas: Leder und Stoff verbindet die Sehnsüchte beider gängiger Geschlechter und zeigt eine kühne neue Oberflächenmixtur.

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Vom Hygieneraum zur Wohlfühloase © Burgbad/VDM

Vom Hygieneraum zur Wohlfühloase © Burgbad/VDM

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