Initiative Edelfurnier lässt Tischler, Industrie und Fachhandel an einem Strang ziehen

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Für 71,9% der ÖsterreicherInnen ist Echtholz-Furnier das bevorzugte Material

Am 9. November präsentierte sich die branchenübergreifende Initiative Edelfurnier im Rahmen eines Pressegesprächs der Öffentlichkeit. „Ziel der Initiative Edelfurnier ist es, dem Furnier die verdiente Anerkennung erneut zukommen und den großartigen Werkstoff in Zukunft wieder hochleben zu lassen“, erklärt Erich Gaffal, Cluster Manager Möbel- und Holzbau-Cluster Upper Austria sowie einer der Initiatoren der Initiative. „Denn leider werden den Konsumenten zunehmend Möbel mit Dekorspanplatten angeboten. Gemeinsam mit starken Partnern aus der Branche – einem Netzwerk aus leidenschaftlichen Tischlern – hat sich daher die Initiative ein Ziel gesetzt: Jeden wissen zu lassen, wie einzigartig Holz in Form von Furnier ist und daher Furnier in seinen zahlreichen Facetten reizvoll und begehrenswert zu machen“. Gaffal betont, dass ein wesentlicher Vorteil von Furnier die unendliche Palette von Mustern und Farbtönen aus dem schönsten Stück vom Holz ist. Anzumerken sei, dass Furnier „immer aus Holz besteht“.

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Konsument will Furnier

Dass die Konsumenten sehr positiv zu Furnier stehen, bestätigt auch die aktuelle Umfrage der Initiative Edelfurnier. Durchgeführt wurde die repräsentative Umfrage von Marketagent.com. In Zahlen: Für 71,9% der ÖsterreicherInnen ist Furnier das bevorzugte Material für Möbel, Wandverkleidungen, Türen usw. „Die Menschen wollen natürlich und qualitativ hochwertig wohnen“, sagt Gaffal, „und Furnier liegt auch bei den Jüngeren im Trend, wie die Umfrage deutlich zeigt“. Insgesamt wurden 502 Personen zwischen 14 bis 69 Jahren auf Basis von Computer Assisted Web Interviews (CAWI) befragt.

Natürlichkeit versus industrielle Produktion

„47,4% der Befragten assoziieren mit Echtholz-Furnier Natürlichkeit, 47% mit Qualität und 44,6% mit „Hochwertigkeit“, erläutert Gaffal die Studie. Im Gegensatz dazu werden Kunststoffbeschichtungen hauptsächlich mit „Industrieller Produktion“ (56,4%) in Zusammenhang gebracht. „Eindeutig ist, dass die Mehrzahl der Befragten die Eigenschaften der Holz-Furnier positiver werten“, sagt Gaffal.

Tischler sind Partner

Um diese positiven Charakteristika von Furnier wirkungsvoll in die Welt hinauszutragen, starten die Initiatoren und Partner mit einer aufmerksamkeitsstarken Werbekampagne und heißen auch jedes neue Mitglied herzlich willkommen. „Schon früh wurde von den Initiatoren erkannt, dass man die Verarbeiter der Furniere, also die Tischler, als Vermittler für Einrichter und Konsumenten braucht“, erklärt Gaffal. „Derzeit sind bei der Initiative 117 TischlerInnen, die sich Edelfurniertischler nennen dürfen“.

Kommunikationspaket für TischlerInnen

Unterstützt werden EdelfurniertischlerInnen durch ein Kommunikationspaket bestehend aus dem Buch „Erlesenes vom Holz“, einem Onlineauftritt auf www.edelfurnier.at und ausgewählten Give-aways. Gaffal erwartet, dass bis Mitte 2018 rund 200 TischlerInnen der Initiative beigetreten sein werden. „Das Projekt ist auch darum wegweisend, weil österreichweit Gewerbe, Industrie und Fachhandel zusammenarbeiten, ja sogar Mitbewerber an einem Strang ziehen“.

Pläne für 2018

Das Basispaket für die Kommunikationsmaßnahmen, also Buch und Webauftritt um Tischler zu finden, wurde in diesem Jahr geschnürt. Nächstes Jahr soll sich die Kommunikation an private Konsumenten sowie an Innenarchitekten richten. Geplant ist u.a. eine Onlinekampagne. Das gesamt Etat für die Kommunikation bewegt sich im niedrigen 6-stelligen Bereich.

Naturprodukte mit Tradition und Zukunft

„Holzfurnier ist ein wunderbarer Werkstoff mit großer Tradition in der Verarbeitung und einer aussichtsreichen Zukunft“, sagt DI (FH) Georg Himmelstoß, Director Sales & Brandmanagement JELD-WEN Zentraleuropa. „Furniere sind ein echtes Naturprodukt aus nachwachsendem Holz, also auch ökologisch sinnvoll. Außerdem wird mit Furnieren der Rohstoff Holz extrem sparsam genutzt: Aus einem Kubikmeter Holz entstehen bis zu 800 Quadratmeter Furnier – das würde für 16 komplett furnierte Schlafzimmer reichen. Das Naturprodukt Edelfurnier kann atmen und das Raumklima verbessern. Die hochwertigen Materialien und ihre Widerstandsfähigkeit garantieren zudem eine lange Haltbarkeit.“ Himmelstoß weiter: „Edelfurniere sind ein wesentlicher Bestandteil in der Möbelbranche und extrem flexibel in der Verarbeitung. Gerade in Österreich, ein Land das stolz ist auf seine schönen Wälder, engagieren sich Handwerk und Industrie, damit das Edelfurnier mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ein schönes Edelfurnier bereichert nicht nur den Wohnraum, man holt sich ein Stück Natur ins Haus. Der einzigartige Werkstoff verleiht jedem Produkt einen besonderen Charakter und schenkt dem Wohnraum ein Gefühl von Natürlichkeit und Geborgenheit. So wie jeder Baum im Wald anders wächst – an diese natürliche Vielfalt kommen künstliche Imitate nicht heran. Diese Einmaligkeit ist auch der Grund für die edle und elegante Ausstrahlung furnierter Möbelstücke. Mit der natürlichen Maserung des Holzes werden Alltagsgegenstände zu etwas Besonderem. Da ist nicht nur die Oberfläche schön, die Menschen spüren die Qualität und die Wurzeln der Produkte.“

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Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

„Wir haben gemerkt, dass Furnier eine geringere Bedeutung hat, als noch vor zehn Jahren“, erklärt Mag. Alexander Flatischler, Geschäftsführer J.u.A. Frischeis. „Aus diesem Grund haben wir uns der Initiativ Edelfurnier angeschlossen, denn der Zeitpunkt ist richtig gewählt: Massivholz erlebt derzeit eine Renaissance und Holzoberflächen erleben einen Imagewandel – raus aus dem rustikalen Eck hin zu modernen Möbeltrends.“ Darüber hinaus wird Dekorspan haptisch und optisch immer besser, verarbeitungstechnisch stellt er eine wirtschaftliche Alternative dar und für den Benutzer ist er auch in der Pflege praktisch. Flatischler weiter: „Wir verstehen die Partnerschaft zum Tischler wesentlich breiter, als ‚nur‘ sein Materiallieferant zu sein. Wir sehen es als eine unserer Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden, auch bei dieser Kampagne unterstützend zu wirken und zu seiner Existenzabsicherung über Aufklärung, Marketingsupport und finanzielle Beiträge beitragen zu können.“

Unterstützung von der Tischlerinnung

„Die Tischlerinnung steht voll hinter der Initiative Edelfurnier“, erklärt KR Gerhard Spitzbart, Bundesinnungsmeister Tischler und Holzgestalter. „Wir erwarten, dass rund 200 TischlerInnen bei der Initiative mitmachen und so die Chance nutzen, sich durch Qualität und Individualität in einem Markt mit starken Konkurrenzdruck behaupten zu können.“

Furnier ist Handwerk

„Es ist sehr wichtig, dass Holz wieder mehr Aufmerksamkeit erlangt, denn Kunststoff kann jeder machen. Furnier zeigt einfach die Qualität unseres Handwerks, das wir gelernt haben“, bekräftigt Tischlermeisterin Ing. Claudia Hindinger den Grund für die Teilnahme bei der Initiative. „Ganz wichtig ist mir die Bewusstseinsbildung. In meinem Unternehmen macht die Arbeit mit Furnier rund 20% aus“.

Titelbild: (V.l.n.r.) Georg Himmelstoß, Erich Gaffal, Claudia Hindinger, Gerhard Spitzbart und Alexander Flatischler

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