Einfach, zweifach, dreifach:

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Die Entwicklung bei Fensterglas seit den 1990ern

Am Anfang war die Glasscheibe einfach nur eine Glasscheibe. Von Hightech und Wärmedämmung noch keine Spur. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten radikal geändert. Wo früher im Winter im Innenraum Eisblumen wuchsen, gedeihen sie heute außen – denn moderne Verglasungen sind fast so dicht wie eine Wand. „Fensterglas hat Quantensprünge geschafft. Vom reinen Tageslichtspender zum Allround-Talent in Sachen Energieersparnis, Komfort und Sicherheit“, so Jochen Grönegräs, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas (GMI).

Sprout

Zweifach statt einfach

Zweifach-Isolierglas ohne Beschichtungen und ohne Edelgasfüllung war noch bis Mitte der 1990er-Jahre das Nonplusultra der Fenster-, Fassaden- und Türverglasungen. Von echter Wärmedämmung konnte man in diesem Zusammenhang noch nicht sprechen. Schlimmer waren nur die klassischen Einfachverglasungen – eine dünne Scheibe gegen den Rest der (Um-)Welt. Ab 1995 kam dann der Durchbruch für die Häuseraugen, die das ganze Jahr über Höchstleistungen erbringen müssen: Edelgasfüllungen im Scheibenzwischenraum und hausdünne, metallische Beschichtungen führten dazu, dass die teure Heizenergie endlich im Raum gehalten werden konnte und auch die winterliche Kälte blieb da, wo sie hingehörte: vor der Tür. „Früher fiel die Kälte sprichwörtlich in den Raum. Kalte Füße in Fensternähe gehörten damals noch zum Wohnstandard“, erinnert sich Grönegräs. Heute sind moderne Verglasungen beinahe so dicht wie eine Wand. Das verdanken sie vor allem einer weiteren Weiterentwicklung, die heute zum Standard bei Neubauten oder Modernisierungen zählt: Dem Dreifach-Wärmedämmglas, das beste Werte in Sachen Energieeffizienz erzielt.

Dreifach-Wärmedämmglas hält die Wärme optimal im Raum

Drei Glasscheiben, dazwischen hochwertiges Edelgas, hauchdünne metallische Beschichtungen und Abstandhalter, die nur wenig Wärme oder Kälte durchlassen: So sehen heute zeitgemäße Verglasungen aus, die fast 8 Mal effektiver sind, als Einfachverglasungen. Die weiterentwickelten Beschichtungen gewährleisten dabei, dass auch Dreifach-Gläser genau so viel natürliche Sonnenenergie hereinlassen wie früher die zweischeibigen. In Kombination mit dem Rahmen, thermisch optimierten Dichtungen und auf das Fenster abgestimmten Beschlägen kann das Dreifach-Wärmedämmglas seine vollen Stärken ausspielen. Naturkino pur, ohne Einschränkungen und dank der Möglichkeit, auch alte Fenstermodelle täuschend echt nachzubauen, sogar für den Einsatz in denkmalgeschützten Gebäuden geeignet. Dass die neue Verglasung all das auch zuverlässig leisten kann, wird durch das RAL-Gütezeichen für Mehrscheiben-Isolierglas nachgewiesen: „Eine regelmäßige Fremdüberwachung aller Komponenten und der Herstellung sichert höchste Qualität“, betont Grönegräs.

Infobox:

„Wie gut Verglasungen dämmen, bemisst sich nach dem so genannten Ug-Wert. Dieser lag bei den früher üblichen Einfachverglasungen noch bei rund 6 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K), aktuelle Zweifach-Wärmedämmverglasungen liegen im Bereich von etwa 1,1 bis 1,3 W/m2K und Dreifach-Wärmedämmverglasungen sogar bei etwa 0,8 W/m2K, wobei auch 0,6 W/m2K realisierbar sind. Der g-Wert ist dagegen ein Maß dafür, wieviel kostenlose Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelassen wird. Er liegt bei modernen Wärmedämmverglasungen um die 60 Prozent.“
Mehr Informationen zum Thema Glas gibt es unter glas-ist-gut.de und gmiev.de.

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